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Schwerpunktthema des Monats: Studieren mit Behinderung


Menschen mit Behinderungen sollen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung und lebenslangem Lernen haben. Darauf verpflichtet die UN-Behindertenrechtskonvention die Vertragsstaaten. Immer mehr Hochschulen und Studentenwerke stellen sich dieser Aufgabe.

Chancengerechte Studienbedingungen herstellen

Noch immer erschweren bauliche, kommunikative, strukturelle und didaktische Barrieren das Studium beeinträchtigter Studierender. Daten belegen: beeinträchtigte Studierende brauchen länger bis zum Studienabschluss, unterbrechen das Studium öfter und wechseln das Fach bzw. die Hochschule häufiger als ihre nicht-beeinträchtigten Kommilitonen.

Hochschulen und Studentenwerke haben sich deshalb mit Beschlüssen ihrer jeweiligen Mitgliederversammlungen auf Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Gestaltung angemessener Vorkehrungen in ihrem Verantwortungsbereich verständigt. Gemeinsames Ziel ist es, chancengerechte Zugangs- und Studienbedingungen für Studierende mit Beeinträchtigungen zu realisieren.

Bei der Umsetzung dieser Vorhaben wird es auf die kritische Begleitung durch die Experten und Expertinnen vor Ort ankommen, insbesondere der Studierenden mit Beeinträchtigungen und ihrer Interessengemeinschaften.

Beauftragte und spezifische Beratungsstellen vor Ort

Die bundesweite Umfrage des Deutschen Studentenwerks „beeinträchtigt studieren“ hat besonders deutlich gemacht: Viele der Studierenden mit studienerschwerenden Beeinträchtigungen kennen und nutzen ihre Rechte und die Unterstützungsangebote nicht. Dies betrifft das Instrument des Nachteilsausgleichs bei der Studienorganisation oder in Prüfungen ebenso wie die spezifischen Beratungsangebote der Hochschulen, der Studentenwerke oder der studentischen Selbstverwaltung.

Dabei gibt es Beauftragte und Beratende mit spezifischer Expertise für das Thema „beeinträchtigt studieren“ fast in allen Hochschulen und vielen Studentenwerken. Sie können gezielt informieren, individuell unterstützen und sind zur Verschwiegenheit in Beratungssituationen verpflichtet. Sie wissen außerdem um die Angst vor Stigmatisierung und Benachteiligung insbesondere bei Studierenden mit nicht-wahrnehmbaren Beeinträchtigungen.

Zum Aufgabenbereich der Beauftragten der Hochschulen gehört es auch, strukturelle Probleme an die Hochschulleitung heranzutragen und sich bei komplexen Fragen mit Verantwortlichen anderer Bereiche – z.B. BAföG-Amt oder Prüfungsausschuss – zu beraten. Außerdem können sich Hochschullehrer mit Fragen an die Beauftragten wenden.

Vielfältige Unterstützung nötig

So unterschiedlich sich Beeinträchtigungen im Studium auswirken können, so unterschiedlich sind die erforderlichen angemessenen Vorkehrungen: z.B. eine barrierefreie Wohnung, ein Prüfungsnachteilsausgleich oder ein Auslandspraktikumsplatz für einen gehörlosen Studierenden. Je nach Bedarf sind die Studierenden im Einzelfall auf die Unterstützung der Wohnheimverwaltung des Studentenwerks, des Prüfungsausschusses des Fachbereichs oder des Akademischen Auslandsamts der Hochschule angewiesen. Damit wird deutlich: die Realisierung chancengerechte Studienbedingungen ist nicht Aufgabe einzelner Beauftragter, sondern braucht die Unterstützung aller Mitglieder von Hochschulen und Studentenwerken:  den Lehrenden, der Verwaltung und den Studierenden.

Informations- und Beratungsstelle des Deutschen Studentenwerks

Die IBS unterstützt als zentrales Kompetenzzentrum Akteure und Initiativen, die sich um eine Verbesserung der Studienbedingungen beeinträchtigter Studierender bemühen, insbesondere die Beauftragten und Berater/innen in Hochschulen und Studentenwerken.

Nützliche Informationen und Tipps

 Booklet „Beinträchtigt studieren“

Das Booklet informiert Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigungen auf 18 kurzen Seiten über ihre Rechte sowie über die Angebote zu ihrer Beratung und Unterstützung. Es ist gedacht als Erstinformation und zur schnellen Orientierung im Thema Studium und Behinderung. Dabei werden wichtige Themen aufgegriffen wie z.B. Beratung, Studieneinstieg, Nachteilsausgleiche, Finanzierung, Barrierefreiheit und Auslandsstudium. Weitere Infos hier…

Handbuch „Studium und Behinderung“

Von der Studienvorbereitung bis zum Berufseinstieg informiert das Handbuch Studieninteressierte und Studierende sowie Berater und Beraterinnen umfassend zum Thema Studieren mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Die von der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks überarbeitete 7. Auflage ist als Download erhältlich. Weitere Infos hier…

Veranstaltung „Hochschule als interdisziplinäres barrierefreies System“

Die Fachtagung findet am 9. November 2018 an der Frankfurt University of Applied Sciences unter dem Titel „Hochschule als interdisziplinäres barrierefreies System“ statt. Die Anmeldung ist bis zum 15. Oktober 2018 möglich, weitere Details in den Veranstaltungsunterlagen hier…

Weiterführende Links:

www.barrierefrei-studieren.de

www.transparente-studienfoerderung.de

www.myStipendium.de

www.european-funding-guide.eu